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Unsere Zukunft hat schon begonnen

Espenhain - 29. Juni 1996, 20.00 Uhr
Am Eingang zum Werk wehen schwarze Fahnen.
Es ist der letzte Abend des Kraftwerks II.
Eine fast 60jährige Geschichte, die vielen Menschen Lohn und Brot, bescheidenen Wohlstand und Glück beschert hat, geht unwiderruflich, sang- und klanglos zu Ende.
Das Ende von "Espenhain", dem alten Braunkohleveredlungswerk Espenhain!

Im August 90 begann mit der Stilllegung der Schwelerei das langsame Sterben - morgen, am 30. Juni 1996 gegen Mittag wird es zu Ende sein.
Ein Schlot raucht noch verstohlen, die typischen Geräusche umgeben uns, die Turbinen - fast 60 Jahre ohne Unterbrechung - letzte Runde ...
Wir sitzen bei herrlicher Abendsonne vor unserem Kulturbüro mitten im Altwerk Espenhain, und blättern in alten Tagebüchern, Notizen, Vorträgen ... Wie kommen wir hierher?

Unsere Zukunft hat schon begonnen
Betroffene und Akteure - Die Arbeit des Christlichen Umweltseminars Rötha

Am Anfang stand nicht die Idee.
Am Anfang stand das gemeinsame Leben der Kirchgemeinde Rötha.
In der offenen, lebendigen, gesprächsbetonten Atmosphäre der Jahre 1975-1985 spielten in allen Kreisen, vor allem denen der Jugend, Themen politischer Ereignisse, der Umwelt, kurz: das Leben im real existierenden Sozialismus, eine entscheidende Rolle.
Die mangelnde Gemüseversorgung, Berichte über das Zersägen fabrikneuer Schienen, "damit der Schrottplan stimmt", die erkennbaren gesundheitlichen Schädigungen, die im wörtlichen Sinn an Haut und Haaren spürbare Luftbelastung ... .
Aus all dem, vor allem aber aus der umfassenden, lähmenden, zähen und klebrigen Resignation heraus entstand das elementare Bedürfnis, etwas tun zu müssen.
Mit dem Baum als uraltem Symbol für Leben - und vor allem Weiter - leben -, boten sich Gedanken zu Baumpflanzaktionen an.

Bereits 1978 pflanzten die jungen Leute um Pfarrer Steinbach erste Bäume - heute schon über 10 m hoch. Die Plätze dafür mußten vom Rat der Stadt Rötha zunächst erkämpft werden.
Bald zeigte sich, daß nicht nur der Kern der Röthaer Kirchgemeinde am Grundgedanken, etwas gegen Resignation tun zu wollen, interessiert war.
Ein kleiner Kreis, bezeichnenderweise Christen verschiedener Konfessionen und Atheisten gemeinsam, begann in einfachen Seminaren zaghaft über Umweltschäden zu sprechen.
Daraus entstand der feste Wille, sich regelmäßig zu treffen und Umweltthemen zu bearbeiten.
1982 organisierte das Christliche Umweltseminar Rötha ( CUR ), inzwischen ein Kreis von ca. 20 Leuten, die erste große Baumpflanzaktion an verschiedenen Stellen der Stadt Rötha. Es gab bereits Kontakte mit anderen Umweltgruppen, die dazu kamen.
Begeisterung für eine so offensichtlich gute Sache ist ansteckend: viele der Kirche Fernstehende, Alte und Junge pflanzten gemeinsam Bäume.

weiter: Mölbis wird zum Thema

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Baumpflanzaktion Rötha, 1983
 
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Baumpflanzaktion Rötha, 1983
 
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